Schweizer Nationalgestüt in Avenches vor dem Aus
Im Rahmen drastischer Sparmaßnahmen beabsichtigt der Schweizer Bundesrat, das Nationalgestüt in Avenches zum Ende des Jahres 2011 zu schließen. Dadurch würde der Bundeshaushalt um sieben Millionen Schweizer Franken pro Jahr entlastet.
Das Schweizer Parlament muss dem Beschluss allerdings noch zustimmen. Das 1899 gegründete Gestüt gilt als nationales Kulturgut und wird als Kompetenzzentrum für das Pferd geführt. Zu seinen Aufgaben gehören die Unterstützung und Förderung der Freibergerrasse, Aus- und Weiterbildung sowie Forschung. Auf den Gestütsanlagen finden wichtige Zucht- und Sportveranstaltungen statt. Mehr als 100 Freiberger, darunter rund 60 Deckhengste, sowie zehn Warmbluthengste sind in Avenches beheimatet. Für die Landeszucht wäre die Schließung ein herber Verlust, denn das Nationalgestüt stellt seine Hengste bzw. seine Samenbank auf mehr als 30 Deckstationen zur Verfügung. Auch sie sollen geschlossen werden. Insgesamt 55 Mitarbeiter würden ihren Arbeitsplatz verlieren. Die Freiberger, eine der größten Kaltblutpopulationen Westeuropas, werden in der Forst- und Landwirtschaft eingesetzt und sind als Freizeitpferde bei Fahrsportlern, Distanz- oder Wanderreitern gefragt.
Sabine Neumann
